Die gymnasiale Oberstufe

Die gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II) in M-V (in Auszügen)

Die Organisation der gymnasialen Oberstufe wird geregelt durch die Verordnung zur Arbeit und zum Ablegen des Abiturs in der gymnasialen Oberstufe (Abiturprüfungsverordnung – AbiPrüfVO M-V).

Die gymnasiale Oberstufe umfasst die Jahrgangsstufe 10 als Einführungsphase sowie die Jahrgangsstufen 11 und 12 als Qualifikationsphase. Der Unterricht findet in einer Kombination von Pflicht-, Wahl- und Wahlpflicht-Unterricht statt.

Am Ende der erfolgreichen gymnasialen Oberstufe wird die allgemeine Hochschulreife erworben, die sich aus der Abiturprüfung und den Leistungen in der Qualifikationsphase zusammensetzt.

In der Einführungsphase wird der Unterricht im Klassenverband nach der geltenden Stundentafel erteilt. Verpflichtend ist für alle Schüler der einstündige Unterricht im Wahlpflichtfach „Studienorientierung“. Weiterhin müssen alle Schüler zwei Fremdsprachen lernen. In der Jahrgangsstufe 10 haben die Schüler 36 Stunden pro Woche Unterricht im Pflicht- und Wahlpflichtbereich.

Die Berechtigung zum Besuch der Qualifikationsphase wird durch Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 erworben.

Die Qualifikationsphase umfasst die vier Halbjahre (Semester) der Jahrgangsstufen 11 und 12. Versetzungen innerhalb der Qualifikationsphase finden nicht statt.

Die erzielten Leistungen der vier Halbjahre werden zusammen mit den Leistungen aus der Abiturprüfung in die Gesamtqualifikation für die allgemeine Hochschulreife eingebracht.

Unterrichtsfächer werden in Fächern und Hauptfächern unterschieden. Im Unterricht der Hauptfächer wird ein vertieftes Verständnis, das in die wissenschaftliche Arbeitsweise einführt, vermittelt. Er wird vierstündig unterrichtet. Inhalte des Unterrichts der Fächer sind grundlegende inhaltliche und methodische Kenntnisse sowie Einsichten in die wichtigsten Fragen des jeweiligen Faches. Fächer werden zweistündig unterrichtet.

Die beiden wichtigsten Ansprechpartner für die Schüler und Eltern sind während des Besuchs der Klassen 10 bis 12 der Oberstufenkoordinator und der Tutor.

Der Oberstufenkoordinator informiert in schulischen Veranstaltungen und nach Bedarf in Einzelgesprächen über die gymnasiale Oberstufe und berät Eltern und Schüler bei wichtigen Entscheidungen wie Fächerwahl, Belegungsverpflichtung oder Einbringen von Leistungen in die Gesamtqualifikation.
Der Tutor übernimmt die Klassenleitertätigkeit in der Qualifikationsphase. Er steht in ständigem Kontakt zu den Fachlehrern und berät die Schüler über Angelegenheiten der jeweiligen Unterrichtsfächer. Als direkter Ansprechpartner der Schüler steht er diesen unterstützend und informativ zur Seite.

Für die Leistungsbewertung sind die im Unterricht auf der Grundlage der Kerncurricula und Rahmenpläne Mecklenburg-Vorpommern für die jeweiligen Fächer vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten maßgebend.

In der Jahrgangsstufe 10 werden die Leistungen mit den Noten 1 bis 6 bewertet. Die Klasse 10 endet mit einem Versetzungszeugnis.

In der Qualifikationsphase tritt das Studienbuch an die Stelle der Halbjahreszeugnisse.

In der Einführungsphase werden in allen Unterrichtsfächern mit Ausnahme des Faches Sport und des Wahlpflichtunterrichts Klausuren im Umfang von mindestens 45 Minuten, bei Aufsätzen im Umfang von mindestens 90 Minuten geschrieben. In den Unterrichtsfächern Deutsch, Mathematik und in den Fremdsprachen werden mindestens drei Klausuren im Schuljahr geschrieben. In den weiteren Unterrichtsfächern werden im Schuljahr jeweils eine bis zwei Klausuren geschrieben.

In der Qualifikationsphase werden in allen Unterrichtsfächern in jedem Halbjahr, je nach Unterrichtslage, eine oder zwei Klausuren mit einer Dauer von mindestens 90 Minuten geschrieben. Im Halbjahr der Abiturprüfung wird nur jeweils eine Klausur geschrieben.

Im dritten oder im vierten Halbjahr schreiben die Schüler mindestens in den Prüfungsfächern auf erhöhtem Anforderungsniveau je eine Klausur unter abiturähnlichen Bedingungen.

In der Qualifikationsphase gehen die Klausuren in der Regel mit einem Anteil von 50 Prozent in die Gesamtbewertung des Halbjahres ein. Die Aufgabenstellungen der Klausuren in der Qualifikationsphase orientieren sich an der Erweiterung und Vertiefung von Kompetenzen, den Standards und den Aufgabenformen der schriftlichen Abiturprüfung und damit an den Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife und den „Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung“(EPA).

Die Abiturprüfung erfolgt am Ende der Jahrgangsstufe 12 in fünf Unterrichtsfächern, an denen der Schüler mindestens ein Halbjahr in der Einführungsphase teilgenommen hat. Es sind vier schriftliche Prüfungen und eine mündliche Prüfung zu absolvieren.

Schriftliche Prüfungsfächer sind zwei Hauptfächer (1. und 2. Prüfungsfach). Ein Hauptfach muss entweder Deutsch, eine Fremdsprache, Mathematik oder eine Naturwissenschaft sein. Diese Prüfungen erfolgen auf erhöhtem Anforderungsniveau. Zudem sind zwei weitere Unterrichtsfächer Prüfungsfächer (3. und 4. Prüfungsfach). Diese Prüfungen erfolgen auf grundlegendem Anforderungsniveau.

Eine mündliche Prüfung wird in einem weiteren Unterrichtsfach (5. Prüfungsfach) auf grundlegendem Anforderungsniveau durchgeführt.

Unter den fünf Prüfungsfächern müssen die Unterrichtsfächer Deutsch, Mathematik, ein Unterrichtsfach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld sowie eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft sein.

Aus jedem Aufgabenfeld muss mindestens ein Fach gewählt werden. Zur Abdeckung des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeldes kommt nur Mathematik oder die Naturwissenschaften Physik, Chemie, Biologie in Frage.

Das erste und das zweite Abiturprüfungsfach werden zum Ende des zweiten Halbjahres der Einführungsphase gewählt. Am Ende des dritten Halbjahres der Qualifikationsphase erfolgt die Wahl der weiteren drei Prüfungsfächer.

Die Zulassung zur schriftlichen und mündlichen Abiturprüfung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft (siehe Gesamtqualifikation §28 AbiPrüfVO M-V).

Mit der allgemeinen Hochschulreife erwerben die Schülerinnen und Schüler die Zugangsberechtigung zu allen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Das bestandene Abitur berechtigt auch zu einem Studium im Ausland.

Die Voraussetzungen für den schulischen Teil der Fachhochschulreife sind erfüllt, wenn Leistungen in zwei zeitlich aufeinander folgenden Halbjahren der Qualifikationsphase bestimmten Mindestanforderungen genügen. In der Regel ist dies nach der Jahrgangsstufe 11 der Fall. Mit der Anerkennung des schulischen Teils der Fachhochschulreife erreicht die Schülerin oder der Schüler einen Abschluss, der der Mittleren Reife gleichwertig ist. Diese Anerkennung ist schriftlich beim Schulleiter zu beantragen.

Für die Zuerkennung der gesamten Fachhochschulreife muss nach Verlassen der Schule allerdings noch mindestens ein einjähriges Betriebspraktikum absolviert werden. Die dann mögliche Zuerkennung erfolgt durch Antragstellung an das Bildungsministerium.

Mit dem Anzeigen eines vorzeitigen Verlassens der gymnasialen Oberstufe nach der Jahrgangsstufe 10 besteht die Möglichkeit einer Prüfung zur Mittleren Reife.

Mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums erreichen die Schülerinnen einen Abschluss, der der Berufsreife gleichwertig ist.

 

Quelle: http://www.bildung-mv.de/schueler/schule-und-unterricht/schularten/gymnasium/    Stand: 10.05.2016

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