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Bericht unseres Schülers Mats – unterwegs auf dem Schul-Segelschiff Johann Smidt

Neuer Bericht von Mats aus dem Januar

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Die vier Wochen in Costa Rica waren einfach nur richtig, richtig unglaublich und mit Abstand eines der besten Highlights unserer sechsmonatigen Segelreise. Gleich zu Beginn waren wir drei Tage bei den Bribris, einem indigenen Volk mitten im Dschungel. Ihr sehr naturverbundenes Leben war extrem beeindruckend — da sie einfach ganz anders leben als wir. Besonders eine Canyon-Wanderung und zu sehen, wie Kakao hergestellt wird, haben diese Zeit für mich besonders gemacht.

Von dort ging es weiter in die Berge nahe San José zu einer Spanischsprachschule. Die Lage hoch oben sorgte für überraschend kühle Temperaturen und eine ganz andere Atmosphäre als erwartet. Genau das machte diesen Ort aber besonders. Neben dem Spanischlernen waren vor allem das Zusammensein, Volleyball spielen und die gute Stimmung untereinander echte Highlights in der Sprachschule.

Ein weiteres starkes Erlebnis war der Besuch auf einer Kaffeefarm. Dort haben wir gelernt, wie Kaffee entsteht, und ihn direkt vor Ort probiert. Der Geschmack war etwas ganz anderes als zu Hause. Abgerundet wurde das durch einen schönen Zeltplatz, Baden im Bach und ein Fußballspiel gegen Einheimische, das extrem viel Spaß gemacht hat.

Die letzten Tage verbrachte ich während der Expi-Tage in einem Rescue-Center, in dem Tiere versorgt werden, die nicht mehr in der Wildnis leben können. Mit vielen Erinnerungen geht es jetzt zurück aufs Schiff und weiter Richtung Kuba – voller Vorfreude auf das, was noch kommt.

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Sehr geehrtes Schulzentum Stralendorf,
es tut mir leid dass der erste versprochene Bericht von der Segelreise so spät kommt.
Es war viel hin und her, kaum Freizeit und eine stark getacktete Tage, aber ich bin mir sicher dass dort Zeit für einen Bericht wie diesen gewesen wäre — tut mir leid das ich den vergessen hatte.
Jetzt haben wir uns auf dem Segelschiff inzwischen alle eingelebt und auch die Schule hat richtig gestartet. Der Nächste Bericht wird nicht so lange auf sich warten lassen!
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Segeln auf einem Segelschiff ist geil!
Unsere Crew ist mit 27 Schülern und 5 Lehren, alles quasi Nicht-Seglern, in Scheveningen los. Erst hatten wir versucht dem Sturm noch mit „warten“ zu begegnen, aber dieser Sturm, der wollte nicht weg, also wir — mittenrein… Was soll ich sagen? Es war eine nicht alltägliche Erfahrung. Hochinteressant, viel gelernt aber auch herausfordernd. Der Wellengang war, auch für die geübten Segler, so schwer, dass die ersten Tage fast nichts als Seekrankheit auf dem Schiff vorhanden war. Respekt an die Crew, dass die das ohne unsere Hilfe als Schüler geschafft haben, denn wir waren „Außer Gefecht“. 
 
 
 
 
 
Unser Schiff, 36m lang und 8m breit, besetzt von einer Crew mit Lehrern und 27 Schülern. So schwer wie 65 ausgewachsene Elefanten, fährt es seit 1974 auf den Gewässern dieser Erde. Früher noch als „Eendracht“ und seit 1989 unter dem mir bekannten Namen — Johann Smidt.
Die Johann Smidt wurde mit dem Sinn, ein Schul-Segelschiff zu sein gebaut, und trägt den Titel „Unsinkbar!“ — weil es Unsinkbar ist.
 
Und was haben wir jetzt alles schon erlebt ? Wir kamen an. Erster Landgang in Brest war spannend und lustig. Man wollte was geiles essen! Es schaukelte an Land – aber nur minimal. Es war schön zu sehen, dass noch mehr Menschen existieren. An Schule war noch nicht zu denken, wir mussten ja wieder raus in den Sturm… Bis jetzt haben wir dafür das Segeln gelernt, Kulturen erkundet, viel gelacht, gestritten, uns auf dieser Reise eingefunden. Besonders viel Freude haben hier die Landgänge in neuen Ländern, ein Heli Besuch, die Leute, das Segeln, die Freiheit, alles! gemacht.
Der am meisten belebte Raum auf unserem Schiff ist die Messe. Hier wird gegessen, geschlafen, gespielt, sogar getanzt. Nur um 04:00 Nachts könnte es mal passieren, dass sie leer steht. Ein großes Plus zu anderen Schiffen: Wir haben gemütliche Polster und eine super Verteilung der Tische, was einfach zum sich hinsetzten einlädt.
Direkt nebenan, nur eine Treppe runter, ist unsere Kombüse — das Gegenteil zur Messe. Hier ist niemand freiwillig, weil das würde heißen, dass du für 37 Leute, bei extremen Schwankungen kochen musst. Schon mal gemacht? Ich glaub nicht. Freizeit… kannst du an deinem Backschaftstag vergessen!
Und JETZT, jetzt sind wir endlich angekommen. Angekommen auf dem Schiff, angekommen in der Gruppe und auch die Schule hat gestartet. Ocean College sagt, dass unsere Überfahrt durch Ärmelkanal und Biskaya mit Abstand einer der herausforderndsten seit Gründung vor fast 10 Jahren war… 
 
Aber es geht uns gut. Und wir lernen – Schule sowie segeln.

T. Neik

Oberstufenkoordinator und Webmaster dieser Homepage