Bericht unseres Schülers Mats – unterwegs auf dem Schul-Segelschiff Johann Smidt
Neuer Bericht von Mats aus dem April
Der letzte Abschnitt einer großartigen Reise von Mats Kröger
Costa Rica – Providencia – Cuba – Bahamas (Wegen eines Notstopps) – Bermuda und die Azoren. Seit der Karibik ist viel passiert. Ein Ball mitten auf dem Atlantik, Mann über Bord nachgespielt, aber auch viele, viele Tiere gesehen. Aber egal wann und egal wo wir hatten Spaß, gute Laune und noch mehr Spaß.
Nach wunderschönen Landschaften, Fahrradtouren, Wanderungen und Walbeobachtungen geht es für uns jetzt mit einer neuen Crew von den Azoren zurück nach Scheveningen – wo alles gestartet hat und es auch enden wird.
Wir sind aus dem Hafen rausgefahren und haben unsere Segel gesetzt, erst das Großsegel, dann den Schoner und zum Schluss unsere beiden Frontsegel.
Um ein Segel zu setzten musst du je nach Segel unterschiedlich Sachen beachten. Aber im Grunde gilt, dass du erst schaust, ob das Segel frei nach oben gehen würde oder durch irgendwelche Seile, die noch fest sind oder Verhädderungen blockiert werden. Diese Seile musst du dann noch von den Klampen nehmen und freilaufen lassen. Der zweite Schritt ist es das Segel an dem „Fall“ hochzuziehen (das „Fall“ ist ein Seil, welches an der Spitzte des Segels befestigt ist) Wenn das Segel dann oben ist, musst du nur noch hinter dir aufräumen und schon bist du fertig – klingt einfach. Ist es aber nicht!
Das Runterholen der Segel ist ein Tick leichter, du machst dieselben Schritte bloß umgekehrt. Du guckst wieder ob alle Seile richtig liegen und keins das Segel blockiert. Anstatt am Fall zu ziehen, lässt du dieses nun mit Feingefühl los, so dass das Segel langsam runterkommt – Falls die Schwerkraft am Ende nicht mehr reicht, ist am Segel ein zweites Seil befestigt, mit dem du das Segel zusätzlich runterziehen kannst. Zum Aufklaren des Arbeitsplatzes gehört jetzt leider nicht nur die ganzen Seile wieder zu ordnen und zu befestigen, sondern auch das Segel vernünftige zu falten, damit es beim nächsten Setzten wieder einwandfrei hoch geht.
Ja und bald heißt es für uns bereits, ein letztes Mal Segel setzen, ein letztes Mal Segel runterholen, ein letztes Mal Ruder gehen oder ein letztes Mal Backschaft machen. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt eine traurige Stimmung auf dem Schiff haben, das die Reise bald vorbei ist. Nein. Die Stimmung ist besser, denn je. Jeder freut sich, wenn er nochmal Aufgaben bekommt, die er noch einmal machen kann.
Es ist nicht schade, dass die Reise bald schon vorbei ist, sondern einfach wunderbar, dass wir immer noch Zeit auf diesem tollen Boot mit diesen tollen Leuten haben.
Neuer Bericht von Mats aus dem Januar
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Die vier Wochen in Costa Rica waren einfach nur richtig, richtig unglaublich und mit Abstand eines der besten Highlights unserer sechsmonatigen Segelreise. Gleich zu Beginn waren wir drei Tage bei den Bribris, einem indigenen Volk mitten im Dschungel. Ihr sehr naturverbundenes Leben war extrem beeindruckend — da sie einfach ganz anders leben als wir. Besonders eine Canyon-Wanderung und zu sehen, wie Kakao hergestellt wird, haben diese Zeit für mich besonders gemacht.
Von dort ging es weiter in die Berge nahe San José zu einer Spanischsprachschule. Die Lage hoch oben sorgte für überraschend kühle Temperaturen und eine ganz andere Atmosphäre als erwartet. Genau das machte diesen Ort aber besonders. Neben dem Spanischlernen waren vor allem das Zusammensein, Volleyball spielen und die gute Stimmung untereinander echte Highlights in der Sprachschule.
Ein weiteres starkes Erlebnis war der Besuch auf einer Kaffeefarm. Dort haben wir gelernt, wie Kaffee entsteht, und ihn direkt vor Ort probiert. Der Geschmack war etwas ganz anderes als zu Hause. Abgerundet wurde das durch einen schönen Zeltplatz, Baden im Bach und ein Fußballspiel gegen Einheimische, das extrem viel Spaß gemacht hat.
Die letzten Tage verbrachte ich während der Expi-Tage in einem Rescue-Center, in dem Tiere versorgt werden, die nicht mehr in der Wildnis leben können. Mit vielen Erinnerungen geht es jetzt zurück aufs Schiff und weiter Richtung Kuba – voller Vorfreude auf das, was noch kommt.
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Und was haben wir jetzt alles schon erlebt ? Wir kamen an. Erster Landgang in Brest war spannend und lustig. Man wollte was geiles essen! Es schaukelte an Land – aber nur minimal. Es war schön zu sehen, dass noch mehr Menschen existieren. An Schule war noch nicht zu denken, wir mussten ja wieder raus in den Sturm… Bis jetzt haben wir dafür das Segeln gelernt, Kulturen erkundet, viel gelacht, gestritten, uns auf dieser Reise eingefunden. Besonders viel Freude haben hier die Landgänge in neuen Ländern, ein Heli Besuch, die Leute, das Segeln, die Freiheit, alles! gemacht.
